Overlanding-Rundreise durch Nordspanien – Route, Etappen & echte Erfahrungen
- marioanna
- 17. Jan.
- 20 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Jan.
Nordspanien stand schon lange auf unserer Liste. Nicht wegen einzelner Highlights, sondern wegen der Vielfalt: Berge, Schluchten, Küste, Wüstenlandschaften – und dazwischen unzählige kleine Offroad-Passagen, die sich perfekt zu einer Rundreise verbinden lassen.
Wir waren mit unserem Pickup und Dachzelt unterwegs und haben die Route bewusst so gewählt, dass sie Abenteuer, Fahrspaß und Entschleunigung verbindet. Kein extremes Offroad, aber genug Pisten, um abseits der klassischen Routen unterwegs zu sein. Herausgekommen ist eine 14-tägige Rundreise, die sich bei begrenzter Zeit auch auf 11 Tage verkürzen lässt.

Ein besonderer Aspekt dieser Reise: Wir waren im November unterwegs. Zeitlich ließ sich die Tour für uns nur in diesem Zeitraum realisieren, gleichzeitig wollten wir bewusst testen, ob sich eine Overlanding-Reise durch Nordspanien auch außerhalb der klassischen Reisezeit sinnvoll umsetzen lässt. Wetter, Licht, Stellplätze und geöffnete Infrastruktur spielten dabei eine große Rolle – Erfahrungen, auf die wir im Verlauf des Artikels immer wieder eingehen und am Ende noch einmal gesondert einordnen.
Die exakten Strecken, Tagesetappen und Wegpunkte haben wir während der Reise aufgezeichnet und später als GPS-Routen aufbereitet. Wer tiefer in einzelne Offroad-Tracks, Schwierigkeitsgrade und Fahrzeug-Eignungen einsteigen möchte, findet im Trackbook der Pistenkuh eine ideale Ergänzung. Wir selbst greifen unterwegs regelmäßig darauf zurück.
Inhaltsverzeichnis
Überblick zur Route & Reiseplanung
Insgesamt umfasst die Route rund 3.000–3.500 Kilometer. Die Tagesetappen bewegen sich zwischen ca. 45 und 220 Kilometern, je nach Abschnitt und Streckenführung.
Die Strecke führt uns zunächst von der östlichen Küste ins Hinterland Kataloniens und weiter in die Vorpyrenäen. Hier wechseln sich kurvige Asphaltstraßen mit ersten Offroad-Passagen ab, die vor allem landschaftlich überzeugen und einen guten Einstieg in die Reise bieten. In diesem Abschnitt liegen auch einige der ruhigsten Stellplätze der Route.

Im weiteren Verlauf geht es westwärts in Richtung Aragón. Die Landschaft wird offener, die Entfernungen größer. Highlights wie die Schlucht von Mont Rebei oder die Region rund um Finestres setzen klare Akzente abseits klassischer Reiserouten. Offroad-Passagen sind hier etwas präsenter, bleiben jedoch gut fahrbar und lassen sich bei Bedarf auch auslassen.
Ein besonderer Kontrast folgt mit den Bardenas Reales, einer wüstenartigen Landschaft, die sich völlig von den bisherigen Etappen unterscheidet. Anschließend wechseln wir bewusst zwischen Natur- und Stadtetappen, bevor es weiter Richtung Baskenland geht. Die Route kombiniert hier bekannte Highlights mit abgelegenen Waldtracks und ruhigen Übernachtungsplätzen.
Der Rückweg führt uns erneut in die Vorpyrenäen, wo einige der schönsten Offroad-Abschnitte der gesamten Reise liegen. Weite Ausblicke, Bergkämme und ruhige Stellplätze prägen diesen Teil. Den Abschluss bildet ein letztes Highlight nahe Barcelona, bevor sich die Rundreise schließt.
Insgesamt ist die Route so aufgebaut, dass sie Abwechslung, Fahrspaß und Erholung miteinander verbindet. Die Tagesetappen sind unterschiedlich lang und bewusst flexibel gehalten. Sie dienen als Orientierung und lassen sich je nach Wetter, persönlichem Tempo oder individuellen Interessen anpassen.
Unsere Overlanding-Rundreise - Tag für Tag
In den folgenden Abschnitten nehmen wir euch mit durch unsere Overlanding-Rundreise – Tag für Tag, so wie wir sie erlebt haben.
Die Etappenbeschreibungen sollen einen Eindruck vom Reisegefühl, der Strecke und den jeweiligen Regionen geben. Sie sind bewusst keine Anleitung, sondern eine Einladung, die Route als Grundlage für die eigene Planung zu nutzen.
Tag 0 - Ankommen in Spanien & Startpunkt der Reise

Nach unserer Ankunft in Spanien führt uns der Weg direkt an die Ostküste nach Cadaqués. Der kleine, weiße Ort liegt eingebettet zwischen Hügeln und Meer und markiert für uns ganz bewusst sowohl den Start- als auch den Zielpunkt unserer Overlanding-Rundreise durch Nordspanien.
Cadaqués ist nicht nur landschaftlich besonders, sondern auch kulturell geprägt. Salvador Dalà verbrachte hier einen Großteil seines Lebens, und noch heute spürt man im Ort eine gewisse Ruhe, die gut zu unserem Reisebeginn passt. Für uns ist es der richtige Ort, um nach der Anreise erst einmal anzukommen, durch die Gassen zu schlendern und die Reise gedanklich zu starten.
Unser ursprünglicher Plan ist klar: von hier aus quer durch den Norden Spaniens bis zum westlichsten Punkt des spanischen Festlands zu fahren – wissend, dass sich Pläne unterwegs auch ändern dürfen. Gerade weil wir im November unterwegs sind, bleibt Flexibilität ein wichtiger Bestandteil dieser Reise.
Die erste Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz oberhalb des Ortes mit Blick auf das Mittelmeer. Ein ruhiger Platz, um das Dachzelt zum ersten Mal aufzubauen, den Blick über die Küste schweifen zu lassen und die kommenden Tage grob durchzugehen. Noch liegt die Route vor uns, noch ist alles offen – genau so, wie wir es mögen.
Mit diesem Abend beginnt unsere Rundreise offiziell. Ab morgen geht es Schritt für Schritt ins Landesinnere und weiter Richtung Pyrenäen.
Tag 1 - Girona, Vic & ein ruhiger Einstieg in Landesinnere
Nach dem Ankommen am Vortag nutzen wir den ersten richtigen Reisetag bewusst, um langsam in die Rundreise zu starten. Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Kilometer zu machen, sondern erst einmal ein Gefühl für das Land, den Rhythmus und die kommenden Tage zu bekommen.
Für unseren Aufenthalt in Girona stellen wir das Auto auf einem bewachten Wohnmobil-Stellplatz ab. Mit 25 Euro ist der Platz zwar nicht günstig, für uns überwiegt jedoch das Gefühl von Sicherheit. Gerade zu Beginn der Reise haben wir noch etwas Respekt, was Einbrüche angeht, und entscheiden uns daher bewusst gegen das Parken am Straßenrand.
Wir verbringen einige Stunden in der Altstadt von Girona. Die verwinkelten Gassen, die Brücken über den Onyar und das insgesamt entspannte Treiben machen die Stadt zu einem idealen Auftakt. Zum Mittagessen gönnen wir uns eine richtig gute Paella und probieren mit Xiuxus eine lokale Spezialität: ein katalanisches Gebäck aus Brandteig, meist mit süßer Creme gefüllt, das hier fast schon zum Pflichtprogramm gehört.
Am Nachmittag verlassen wir Girona und fahren weiter ins Landesinnere Richtung Vic. Der Ortswechsel hat einen ganz praktischen Hintergrund: Wir möchten die Strecke am nächsten Tag etwas verkürzen und uns so mehr Zeit für die ersten Offroad-Passagen nehmen. Gleichzeitig verändert sich die Landschaft spürbar. Die Küste liegt hinter uns, das Gelände wird hügeliger, ruhiger und weniger belebt.
Für die Nacht suchen wir uns einen kostenlosen Stellplatz oberhalb von Vic. Von hier aus haben wir einen weiten Blick über die Stadt und die umliegende Landschaft. Es ist kein spektakulärer Spot, aber genau das macht ihn für uns so passend. Ein ruhiger Abend, ein einfacher Stellplatz und genügend Zeit, um die kommenden Etappen grob durchzugehen.
Tag 1 fühlt sich weniger wie ein klassischer Reisetag an, sondern mehr wie ein sanftes Hineingleiten in die Rundreise. Ohne Druck, ohne große Highlights – dafür mit einem guten Gefühl für das, was vor uns liegt.
Tag 2 - Pantà de Sau, erste Offroad-Tracks & Geier über den Vorpyrenäen

Wir starten den Tag ruhig und fahren zunächst zum Pantà de Sau. Am Morgen wirkt der Stausee fast surreal: Der Turm der versunkenen Kirche ragt aus dem Wasser, die umliegenden Felswände liegen noch leicht im Dunst. Für uns ist es der perfekte Ort für ein spätes Frühstück und ein erstes echtes Ankommen in Nordspanien.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt Richtung Westen fort. Mit den ersten Kilometern auf Schotter beginnt nun auch offiziell der Offroad-Teil der Reise. Die Pisten sind gut fahrbar, führen durch hügeliges Gelände und eröffnen immer wieder weite Ausblicke über die Vorpyrenäen.
Schon auf den ersten Tracks begleiten uns zahlreiche Geier, die hier allgegenwärtig sind. Sie kreisen teils sehr nah über uns und werden in den kommenden Tagen ein vertrautes Bild bleiben.
Am späten Nachmittag erreichen wir einen ruhigen Platz fernab größerer Ortschaften und schlagen mit weitem Blick über die Hügel unser Lager auf. Mit dem Sonnenuntergang fallen die Temperaturen spürbar, in der Nacht kratzt es bereits am Gefrierpunkt.
Genau hier kommt unsere neue Dachzelt-Standheizung von Pundmann erstmals zum Einsatz. Wir sind gespannt, wie sie sich im realen Reisealltag bewährt und werden positiv überrascht. Statt klammer Kälte ist es im Zelt ruhig, trocken und angenehm warm. Eine Erfahrung, die uns gerade für diese Reisezeit viel Sicherheit gibt. Auf die Heizung gehen wir später noch einmal ausführlicher in einem eigenen Beitrag ein.
Hinweis zur Routen- und Stellplatzwahl
Wer unsere Route detailliert nachfahren oder einzelne Abschnitte für die eigene Planung nutzen möchte, findet alle Tagesetappen, Wegpunkte und Hinweise gebündelt in unseren GPS-Routen. Dort sind auch die von uns genutzten Übernachtungsplätze hinterlegt:
Tag 3 – Enge Tracks, Schlamm & ein besonderer Platz zum Ankommen

Wir wachen früh auf und liegen noch über den Wolken. Der Blick reicht weit über die Vorpyrenäen, während sich der Nebel langsam aus den Tälern zieht. Bevor wir weiterfahren, machen wir an einem Aussichtspunkt entlang des Tracks einen kurzen Frühstücksstopp. Es ist ruhig, kalt und genau die Art von Morgen, bei der man sich bewusst Zeit lässt.
Anschließend fahren wir den atemberaubenden Track zurück, bis wir wieder Asphalt unter den Rädern haben. In einem sehr kleinen Ort biegen wir kurz ab, um zu tanken und ein paar Vorräte aufzufüllen. Viel Auswahl gibt es hier nicht, der Supermarkt bietet wirklich nur das Nötigste.
Nach diesem kurzen Zwischenstopp geht es weiter Richtung Süden. Wir starten in den nächsten Offroad-Abschnitt der Reise, der sich deutlich von den bisherigen unterscheidet. Die Piste ist enger, teilweise stark ausgefahren und stellenweise sehr schlammig. Das Gestrüpp reicht immer wieder bis an den Weg heran, und es braucht etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Linienwahl. Für uns war es das einfachste, wenn einer an den Engstellen von draußen schaut und dem Fahrer Anweisungen gibt.
Nach nicht allzu lange Fahrt endet der Track an einem Ort, der sich sofort besonders anfühlt. Kein klassischer Stellplatz & keine Infrastruktur, dafür Ruhe, Weite und ein markantes Bauwerk, das dem Platz eine ganz eigene Atmosphäre verleiht.
Wir entscheiden uns, hier zu bleiben. Der Nachmittag vergeht ruhig, ohne großes Programm. In der Sonne lesen, ein kaltes Bier und später das Abendessen draußen. Als die Sonne untergeht, legt sich erneut Stille über die Umgebung. Für uns ist es einer dieser Abende, die man nicht plant und die trotzdem lange im Gedächtnis bleiben.
Tag 4 - Zu fuß durch die Schlucht von Mont Rebei
Wir starten früh und fahren zunächst zurück bis zur Landstraße und folgen ihr einige Kilometer Richtung Westen, bevor wir erneut in den nächsten Abschnitt der Route einsteigen. Dieser Teil ist vollständig asphaltiert und dient vor allem dazu, uns zu einem der landschaftlichen Highlights der Reise zu bringen.
Wir parken nahe dem Refugio de Montfalcó und machen uns von dort zu Fuß auf den Weg in die Schlucht von Mont Rebei. Schon nach den ersten Metern wird klar, warum dieser Ort so besonders ist. Der Weg ist direkt in die steilen Felswände gebaut und führt in schmalen Passagen oberhalb des türkisfarbenen Flusses entlang.
Immer wieder steigen wir über spektakuläre Treppen, die scheinbar direkt aus dem Fels gehauen wurden. Der Blick fällt tief in die Schlucht, während sich der Weg ruhig und gleichmäßig durch die Landschaft zieht. Trotz der Beliebtheit des Ortes ist es erstaunlich entspannt, vor allem außerhalb der Hauptsaison.
Nach einiger Zeit erreichen wir eine Hängebrücke, die den Wendepunkt unserer Wanderung markiert. Wir nehmen uns Zeit, bleiben stehen, schauen zurück in die Schlucht und genießen den Moment. Anschließend gehen wir denselben Weg zurück bis zum Auto. Für die Nacht nutzen wir einen einfachen Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe, der sich gut als Ausgangspunkt eignet und den Tag ruhig mit einer riesigen Portion Nudeln ausklingen lässt. Nach der Bewegung und den vielen Eindrücken war das nötig.
Tag 4 ist einer dieser Tage, die zeigen, wie gut sich Fahren und Wandern auf dieser Reise ergänzen. Weniger Strecke, dafür umso mehr Landschaft – ein willkommener Kontrast zu den vorherigen Etappen.
Tag 5 – Felsformationen, Weite & ein besonderer Aussichtspunkt

Die Schotterpiste zieht sich über mehrere Kilometer entlang des Bergkamms und verlangt zwar Aufmerksamkeit, bleibt fahrerisch aber gut machbar. Mit jeder Kurve öffnen sich neue Blicke in die Landschaft, die hier deutlich rauer und ursprünglicher wirkt als an den Tagen zuvor.
Nach einiger Zeit zweigt ein Weg zu einem verlassenen Ort ab. Wir parken das Auto und gehen zu Fuß ein Stück weiter auf einen kleinen Hügel, der auf eine schmale Landzunge im See hinausläuft. Oben angekommen eröffnet sich ein Ausblick, der uns sofort innehalten lässt: markante Felsformationen ragen wie eine natürliche Mauer aus der Landschaft, darunter das ruhig schimmernde, türkisfarbene Wasser. Ein Ort, der weniger laut beeindruckt, sondern durch seine Form und Weite wirkt.
Zurück am Fahrzeug fahren wir ein Stück auf derselben Schotterpiste weiter, bevor wir wieder Asphalt unter den Rädern haben. Die Route führt uns nun in Richtung einer größeren Stadt, wo wir die Gelegenheit nutzen, unsere Vorräte aufzufüllen. Der Einkauf für den Abend fällt bewusst einfach aus: Oliven, Aioli, Serrano-Schinken und frisches Baguette – alles, was es für einen unkomplizierten Abend in Spanien braucht.
Für die Nacht steuern wir einen Stellplatz an, der über einfache Sanitäranlagen verfügt und vor allem mit seiner Lage überzeugt. Der Blick reicht weit über die Landschaft und bietet einen perfekten Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wir stellen Tisch und Stühle auf, essen in aller Ruhe und schauen zu, wie das Licht langsam weicher wird und die Hügel in warme Farben taucht.
Tag 6 – Anspruchsvolle Pisten, Brot aus der Bäckerei & große Ausblicke

Der Tag beginnt früh und mit einem kleinen Ritual, das wir unterwegs besonders schätzen. In einer traditionellen spanischen Bäckerei holen wir uns frisches Brot, noch warm, von Hand gebacken. Ein kurzer Stopp, der uns mehr über das Land erzählt als jede Sehenswürdigkeit – und gleichzeitig die perfekte Grundlage für einen langen Tag draußen liefert.
Wenig später tauchen wir tief in eine der ursprünglichsten Landschaften der Reise ein. Tag 6 ist offroad-mäßig der anspruchsvollste Abschnitt unserer Route. Trotz, oder gerade wegen, dieser Herausforderungen ist es ein großartiger Tag. Das Fahren fühlt sich intensiv an, fordernd, aber nie überfordernd. Man ist präsent, aufmerksam und genau deshalb vollkommen im Moment.
Gegen Mittag erreichen wir eine Lichtung. Die Sonne steht inzwischen höher, der Wald öffnet sich, und wir beschließen, hier eine längere Pause einzulegen. Das Brot vom Morgen kommt auf den Tisch, dazu Serrano-Schinken, mehr braucht es nicht. Wir sitzen auf der Heckklappe, essen, trinken frischen Orangen-Saft und lassen den Blick über die Landschaft schweifen. Ein improvisierter Brunch, der sich besser anfühlt als jedes Café.
Gestärkt setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen wenig später einen Aussichtspunkt, der uns sprachlos macht. Von hier aus reicht der Blick weit über die Landschaft, geprägt von markanten Felsformationen.
Am Nachmittag verändert sich die Szenerie erneut. Wir passieren eine Brücke, die spektakulär durch eine schmale Felsschneise gebaut wurde. Definitiv eine Empfehlung für ein Foto mit der Drohne. Danach lassen wir das raue Gelände langsam hinter uns und erreichen das kleines Dorf Agüero, das von einer imposanten Steinwand eingerahmt ist.
Offroad in Spanien: Verantwortung & Vorbereitung
Die Offroad-Passagen dieser Reise sind landschaftlich beeindruckend, stellenweise aber auch anspruchsvoll. Untergrund, Wetter und Vegetation können sich jederzeit ändern. Enges Gestrüpp, matschige Abschnitte oder loses Geröll gehören in vielen Regionen Nordspaniens einfach dazu und lassen sich nicht immer vermeiden.
Wir teilen in diesem Blog bewusst unsere persönlichen Eindrücke und Erfahrungen, geben jedoch keine Einschätzung zu Schwierigkeitsgraden einzelner Strecken oder zu deren Eignung für bestimmte Fahrzeuge. Jede Fahrt erfolgt auf eigene Verantwortung und erfordert eine realistische Selbsteinschätzung von Fahrzeug, Fahrkönnen und Bedingungen vor Ort.
Wer sich intensiver mit Offroad-Strecken in Spanien beschäftigen möchte – inkl
usive Schwierigkeitsbewertungen, Fahrzeugempfehlungen und alternativen Routen – dem empfehlen wir ausdrücklich das Tourenbuch der Pistenkuh. Es bietet eine sehr fundierte Ergänzung zu unseren Routen und hilft dabei, Offroad-Passagen besser einzuordnen und vorbereitet anzugehen.
Tag 7 - Wüstenlandschaft, Weite & ein Abend in der Stadt

Der Tag beginnt mit einer Landschaft, die sich deutlich von allem unterscheidet, was wir bisher auf der Reise gesehen haben. In den Bardenas Reales wird es weit, offen und karg. Die Farben sind gedämpft, der Boden hell, die Formen weich und zugleich scharf gezeichnet. Wir fahren durch das Gebiet, halten immer wieder an, steigen aus und lassen die Weite auf uns wirken.
Nach mehreren Stunden verlassen wir die Bardenas Reales wieder und machen uns auf den Weg nach Logroño. Unser ursprünglicher Plan für den Abend ist simpel: Postkarten kaufen, ein paar Zeilen schreiben und die Reise gedanklich kurz festhalten. Was auf dem Papier nach einer schnellen Erledigung klingt, entpuppt sich jedoch als überraschend schwierig.
Logroño wirkt auf uns auffallend untouristisch. Souvenirshops gibt es kaum, Postkarten noch weniger. Wir laufen durch verschiedene Viertel, fragen nach, suchen weiter. Fast zwei Stunden vergehen, bis wir schließlich fündig werden. Rückblickend ein kleines Detail, das aber viel über die Stadt erzählt.
Inzwischen ist es spät geworden und der Hunger entsprechend groß. Ohne konkretes Ziel schauen wir, was sich in der Nähe anbietet. Beim Blick auf Google Maps sind wir zunächst irritiert: Viele Restaurants scheinen nur ein einziges Gericht anzubieten. Kurz darauf stehen wir in der Calle del Laurel.
Die Straße wirkt auf den ersten Blick ungewohnt. Kleine Lokale, oft nicht größer als eine Metzgerei oder Bäckerei, kaum Sitzplätze, wenig Auswahl. Um kurz nach 19 Uhr ist es noch ruhig, fast leer. Wir zögern kurz, bleiben dann aber und bestellen einfach. Nach und nach verstehen wir das Prinzip, wechseln von Bar zu Bar, probieren verschiedene Tapas und kommen langsam in den Rhythmus des Abends.
Gegen 20 Uhr ändert sich die Stimmung schlagartig. Die Straße füllt sich, die Bars werden laut, lebendig und dicht gedrängt. Plötzlich sind überall Menschen, Gespräche, Bewegung. Was zunächst fremd wirkte, fühlt sich nun selbstverständlich an. Wir bleiben länger als geplant, essen, trinken ein Glas Wein und beobachten das Geschehen.
Tag 7 verbindet Gegensätze: eine fast menschenleere, wüstenartige Landschaft am Tag und ein lebendiger, überraschend authentischer Abend in der Stadt. Genau diese ungeplanten Umwege machen für uns einen großen Teil des Reisens aus – und bleiben oft länger hängen als jede Sehenswürdigkeit.
Tag 8 - Übergang ins Baskenland

Nach den intensiven Eindrücken der vergangenen Tage fühlt sich dieser Tag deutlich ruhiger an. Kein klares Highlight, kein bestimmtes Ziel, das im Vordergrund steht. Stattdessen geht es vor allem darum, Strecke zu machen und langsam in eine neue Region hineinzufahren.
Die Landschaft verändert sich dabei schrittweise. Die Umgebung wird grüner, die Hügel weicher, die Dörfer dichter. Am Nachmittag erreichen wir das Baskenland. Die Stimmung ist eine andere, fast etwas rauer, gleichzeitig aber auch sehr entspannt. Wir nutzen den Rest des Tages, um durch durch das Städtchen Onati zu schlendern und ein paar kleinere Besorgungen zu machen.
Tag 9 - Stufen am Meer, Waldpassagen und unerwartete Übergänge

Wir sind früh unterwegs. Die Straße führt uns Richtung Küste, der Himmel ist noch klar und die Luft deutlich kühler als an den Tagen zuvor. Irgendwann riecht es nach Meer, noch bevor wir es sehen. Kurz darauf stellen wir das Auto ab und gehen zu Fuß weiter.
Der Weg zur kleinen Kapelle auf der vorgelagerten Halbinsel von San Juan de Gaztelugatxe beginnt unspektakulär, entwickelt aber schnell eine eigene Dynamik. Über viele Stufen geht es hinab und wieder hinauf, begleitet vom gleichmäßigen Rauschen des Atlantiks. Obwohl der Ort bekannt ist, wirkt er am Morgen ruhig. Oben angekommen bleiben wir länger stehen, schauen zurück auf die Küste und beobachten, wie sich das Licht langsam verändert.
Wieder am Auto angekommen, fahren wir weiter. Der Wechsel ist abrupt. Das Meer verschwindet hinter uns, und wenig später tauchen wir in eine völlig andere Welt ein. Dichter Wald umgibt den Weg, das Licht wird gefiltert, die Geräusche gedämpft. Eukalyptusbäume stehen eng beieinander. Und dann eine Höhle, welcher wir zunächst aus eigenem Interesse durchfahren. Wenig später eine weitere Höhle, die durchfahren werden muss. Es sind kurze Momente, aber sie verändern das Gefühl für die Strecke.
Wenig später erreichen wir eine Anhöhe. Der Blick öffnet sich noch einmal, diesmal weit ins Land hinein. Wir machen eine Pause und lassen den Moment wirken. Kein Programmpunkt, kein Ziel – nur eine entspannte Pause, die genau zur richtigen Zeit kommt. Später rollen wir die letzten Kilometer des Tages aus. Der Platz Wohnmobil-Stellplatz für die Nacht ist ruhig, funktional, nichts Besonderes. Wir essen und ziehen uns zurück.
Tag 10 – Entscheidung am Meer

Am Morgen fahren wir zunächst ans Meer. Nicht, weil wir ein festes Ziel haben, sondern weil wir uns Zeit nehmen wollen, um zu überlegen, wie es weitergeht. Die ursprüngliche Idee war, die Reise bis zum westlichsten Punkt des spanischen Festlands fortzusetzen. Doch ein Blick auf die Wetterprognose verändert diesen Plan.
Der Wind nimmt zu, Regenfronten ziehen näher heran. Wir stehen am Wasser, schauen aufs Meer und merken schnell: Jetzt zwanghaft an der ursprünglichen Route festzuhalten, fühlt sich nicht richtig an. Also entscheiden wir uns um. Nicht aus Stress, sondern bewusst. Statt weiter nach Westen zu fahren, schlagen wir einen Bogen zurück nach Aragón.
Genau das ist es, was wir an dieser Art zu reisen so schätzen: nicht jeden Plan um jeden Preis durchzuziehen, sondern unterwegs Entscheidungen zu treffen, die sich richtig anfühlen. Sich treiben lassen, ganz nach dem Motto "Float on the Road".
Mit dieser Entscheidung im Kopf verlassen wir die Küste wieder und fahren Richtung Osten. Der Tag bleibt ruhig. Wir erledigen Einkäufe, tanken auf und genießen es, ohne festen Zeitplan unterwegs zu sein. Gegen Abend suchen wir uns einen Platz, der weniger für den Moment, sondern für den nächsten Morgen gedacht ist. Die Lage ist bewusst gewählt: ruhig, abgeschieden und so, dass wir direkt nach Sonnenaufgang wieder starten können.
Tag 10 ist kein klassischer Highlight-Tag. Aber er steht sinnbildlich für diese Reise. Nicht alles muss genau so laufen wie geplant – manchmal entsteht genau daraus der bessere Weg.
Tag 11 – Tag der Tiere

Der Morgen beginnt noch vor Sonnenaufgang. Kaum sind wir unterwegs, wird klar, dass dieser Tag einen ganz eigenen Charakter bekommen wird. Im ersten Licht des Tages tauchen plötzlich mehrere freilaufende Pferde neben der Strecke auf. Sie laufen ein Stück mit, kreuzen unseren Weg und verschwinden ebenso ruhig wieder in der Landschaft. Ein stiller, fast unwirklicher Start in den Tag.
Später suchen wir uns einen Platz für ein spätes Frühstück. Während wir in der Sonne sitzen, kreisen erneut Geier über uns – ruhig, präsent und scheinbar allgegenwärtig. Kurz darauf sorgt ein weiterer Moment für einen kleinen Adrenalinschub: Ein Schafsbock springt plötzlich direkt vor das Auto. Wir bremsen, lachen kurz, und fahren mit noch etwas mehr Aufmerksamkeit weiter. Begegnungen wie diese begleiten uns an diesem Tag immer wieder.
Der weitere Verlauf ist abwechslungsreich, ohne hektisch zu sein. Anspruchsvollere Abschnitte wechseln sich mit kurzen Verbindungsstrecken ab. Immer wieder eröffnet sich der Blick in die Landschaft, immer wieder gibt es kleine Momente, die hängen bleiben. Außerdem kommen wir an einem Naturpool vorbei. Aufgrund der Jahreszeit, ist es leider zu kalt zum baden. Aber direkt daneben befindet sich ein Campingplatz, welcher in der Saison sicher ein spannendes Ziel ist. Im November ist dieser aber bereits geschlossen gewesen, weshalb wir weiterfahren.
Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir einen anderen Campingplatz. Einer der wenigen in der Region, die zu dieser Jahreszeit noch geöffnet sind. Nach mehreren Tagen mit freien Übernachtungen fühlt sich das Ankommen besonders ruhig an. Wir bauen das Dachzelt im Licht der Stirnlampen auf und genießen eine heiße Dusche.
Später, als es stiller wird, entdecke ich (Mario) noch eine Schleiereule, die lautlos über den Platz gleitet. Kurz darauf tauchen drei kleine Katzen auf, die neugierig um das Auto streifen und uns den restlichen Abend begleiten. Spätestens jetzt steht fest: Dieser Tag gehört den Tieren.
Tag 12 - Campen mit Weitblick

Wir verlassen den Campingplatz und brechen erneut in die Schotterpisten in den Hügeln auf.
Im Laufe des Tages zieht es uns erneut in die Hügel der Vorpyrenäen. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Stimmung. Immer wieder schieben sich dichte Nebelschwaden durch die Täler, ziehen über die Hänge und lösen sich genauso schnell wieder auf, wie sie gekommen sind. Für kurze Momente liegt die Landschaft komplett im Weiß, nur um sich wenige Minuten später wieder freizugeben.
Wir halten mehrfach an, bleiben stehen, schauen. Die Kombination aus Bewegung, Licht und Nebel verleiht der Umgebung etwas Unwirkliches und macht selbst die einfachen Abschnitte der Fahrt besonders. Am Nachmittag finden wir schließlich einen Platz, der sofort passt. Hoch gelegen, mit weitem Blick über die Landschaft und genug Raum, um einfach da zu sein. Kein Programm, kein Zeitdruck. Wir bauen unser Lager auf, kochen draußen und schauen zu, wie das Licht langsam weicher wird.
Der Abend vergeht ruhig. Wir lauschen den Geräusche der Umgebung und genießen den Sonnenuntergang. Als die Sonne hinter den Hügeln verschwindet, wird es kalt und wir machen es uns erneut mit der Heizung im Dachzelt gemütlich warm.
Tag 13 - Die letzten Offroad-Passagen

Der Morgen beginnt dort, wo wir am Vortag aufgehört haben. Wir setzen unsere Fahrt durch die hügelige Landschaft fort, zunächst noch auf vertrautem Untergrund. Die Umgebung wirkt rauer, das Wetter instabiler. Schon früh merken wir, dass sich die Bedingungen im Vergleich zu den letzten Tagen verändert haben.
Ein weiterer Abschnitt führt uns durch eine verlassene Siedlung auf einem Hügel. Die Gebäude stehen still, teilweise eingestürzt, umgeben von Gestrüpp und Wind. Solche Orte wirken immer ein wenig zeitlos – spannend, aber auch respektvoll still. Für uns ist es einer der letzten Momente dieser Reise, an dem sich das ursprüngliche Overlanding-Gefühl noch einmal ganz intensiv zeigt.
Kurz darauf zieht eine kräftige Wetterfront auf. Dunkle Wolken schieben sich über die Berge, der Wind frischt auf und mit jedem Kilometer wird klarer, dass sich das Wetter weiter verschlechtern wird. Wir halten kurz an, schauen auf die Prognosen und treffen schließlich eine Entscheidung: Statt die geplanten Offroad-Abschnitte weiterzufahren, ändern wir den Kurs.
Wir lassen die Berge hinter uns und fahren weiter Richtung Süden. Die Landschaft öffnet sich, wird weicher, grüner. Am Abend erreichen wir einen komfortablen Campingplatz in den Bergen bei Prades. Nach vielen Tagen freistehen, improvisieren und unterwegs sein, fühlt sich dieser Ort fast ungewohnt an – aber für uns jetzt genau das richtige!
Tag 14 – Wandern, Wintersonne & Glamping

Nach den vielen Tagen unterwegs bleiben wir auch heute am selben Ort. Kein Motorstart am Morgen, kein Packen, kein Weiterziehen. Stattdessen ziehen wir uns warm an und machen uns zu Fuß auf den Weg in die umliegenden Berge.
Das Wetter ist kalt, aber sonnig. Die Luft klar, der Himmel weit. Beim Wandern merken wir, wie gut es tut, einmal ohne Zeitdruck unterwegs zu sein. Schritt für Schritt, ohne Ziel außer draußen sein. Die Landschaft zeigt sich ruhiger als in den Tagen zuvor, weniger dramatisch, aber genau deshalb angenehm.
Zurück auf dem Campingplatz entscheiden wir uns spontan für etwas, das wir auf dieser Reise eigentlich nicht geplant hatten: ein bisschen Komfort. Für 90 Minuten buchen wir den kleinen Wellnessbereich des Platzes. Sauna, Whirlpool unter Sternenhimmel, Wärme, Ruhe. Nach vielen Nächten im Dachzelt, kalten Morgen und den Tagen draußen fühlt sich das wie Luxus an.
Tag 15 – Montserrat

Am letzten Tag unserer Rundreise legen wir noch einmal einen gezielten Zwischenstopp ein. Bevor es endgültig zurück Richtung Ausgangspunkt geht, fahren wir zum Abt Montserrat, einem Ort, der landschaftlich wie kulturell einen ganz eigenen Charakter hat und sich deutlich von den Tagen zuvor unterscheidet.
Schon bei der Ankunft wird klar, dass Montserrat eine Ausnahme darstellt. Trotz der Jahreszeit ist der Ort erstaunlich gut besucht – deutlich voller als alles, was wir auf dieser Reise bisher erlebt haben. Nach vielen ruhigen Tagen draußen wirkt das zunächst ungewohnt, fast wie ein kleiner Kulturschock. Gleichzeitig zeigt es, welche anziehende Wirkung dieser Ort für viele Menschen hat.
Wir schlendern über das Gelände rund um das Kloster, beobachten das Treiben und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Anschließend fahren wir mit der Zahnradbahn nach oben. Während der Fahrt öffnen sich weite Blicke über die zerklüftete Landschaft. Oben angekommen gehen wir ein Stück durch die felsige Umgebung, bevor wir uns zu Fuß wieder auf den Weg zurück Richtung Kloster machen. Der Abstieg fühlt sich deutlich entspannter an als das Geschehen unten. Man hat einen weiten Blick bis nach Barcelona und über das Mittelmeer.
Am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt fort und kehren schließlich in die Region zurück, in der unsere Rundreise begonnen hat. Die Route schließt sich in der Stadt Vic. Am Abend gehen wir ein letztes Mal Tapas essen. Wie so oft auf dieser Reise stehen wir zunächst etwas unentschlossen vor der Auswahl und lassen uns treiben. Am Ende landen wir in einer Tapas-Bar, die gleich mehrere Michelin-Auszeichnungen trägt.
Man setzt uns einfach mit an einen Tisch zu Einheimischen. Im ersten Moment fühlt sich das ungewohnt an, fast ein bisschen überraschend. Doch die anfängliche Zurückhaltung verfliegt schnell. Es wird gegessen, gelacht, Wein eingeschenkt und immer wieder neue kleine Teller geteilt. Die Stimmung ist locker, herzlich und völlig unaufgeregt.
Wir probieren uns durch verschiedene Tapas, trinken guten Wein und genießen diesen letzten Abend in vollen Zügen. Am Ende zahlen wir gerade einmal 55 Euro und hatten dabei wirklich das Gefühl, es uns richtig gut gehen zu lassen.
Ein besserer Abschluss für diese Reise lässt sich kaum planen.
Rückblick nach 15 Tagen unterwegs
Nach 15 Tagen unterwegs bleibt vor allem die Vielfalt in Erinnerung. Spanien hat uns gezeigt, wie viel mehr es abseits von Küste und Strand zu entdecken gibt. Gerade die Berge und Vorpyrenäen wirken oft unterschätzt und haben uns landschaftlich besonders überrascht.
Über weite Strecken waren wir fast allein unterwegs und haben kaum andere Reisende getroffen, dafür viele Einheimische. Das hat der Reise eine angenehme Ruhe gegeben. Auch kulinarisch hat Spanien einmal mehr überzeugt – Tapas gehören hier einfach dazu und sind oft dann am besten, wenn man sie nicht plant.
Am Ende sind wir vor allem dankbar. Die Reise verlief ohne Pannen und wir kehren mit vielen schönen Erinnerungen zurück. Und mit dem sicheren Gefühl: Wir kommen wieder.
Unser Fazit zur Overlanding-Rundreise durch Nordspanien
Nordspanien hat uns als Overlanding-Region absolut überzeugt. Die Kombination aus landschaftlich schönen, meist gut fahrbaren Pisten und einer insgesamt entspannten Reisesituation macht die Region besonders attraktiv. Viele der Tracks gelten offiziell als öffentliche Straßen und dürfen regulär befahren werden, ohne dass es extrem technisch oder anspruchsvoll wird.
Gerade im November war die Region alles andere als überlaufen. Wir waren häufig allein unterwegs und hatten selbst an bekannten Orten viel Ruhe. Dazu kommen zahlreiche Stellplätze mit großartigen Ausblicken und eine landschaftliche Vielfalt, die von Stauseen über Bergzüge bis hin zu kargen Hochflächen reicht. Ergänzt wird das Offroad-Fahren sinnvoll durch Wandern, Städte, Kultur und gutes Essen – eine Abwechslung, die der Reise gutgetan hat.
Die Temperaturen empfanden wir im November als absolut machbar, auch weil wir generell gerne in kühleren Regionen unterwegs sind. Herausfordernd waren jedoch die sehr kurzen Tage. Teilweise standen uns nur rund sieben Stunden Tageslicht zur Verfügung, was die Planung enger gemacht hat. Gleichzeitig verbrachten wir abends viel Zeit im Fahrzeug oder im Dachzelt. Eine Standheizung war in dieser Zeit ein echter Komfortgewinn und für uns klar empfehlenswert.
Für Reisen in dieser Jahreszeit würden wir Nordspanien vor allem Fahrzeugen empfehlen, in denen man sich auch bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit gut aufhalten kann wie etwa Pick-ups mit Kabine, größere Geländewagen mit Aufstelldach oder Offroad-Vans.
Diese Reise eignet sich besonders für Menschen, die
ruhige Morgen in den Bergen schätzen
eine Mischung aus Offroad-Fahren und anderen Aktivitäten suchen
erste Offroad-Erfahrungen sammeln möchten, ohne sich komplett von der Zivilisation zu entfernen
und die es genießen, nach einem erlebnisreichen Tag gut essen zu gehen
Für uns steht fest: Das war nicht die letzte Reise nach Nordspanien. Vor allem der westliche Teil mit Asturien, Galicien und den Picos de Europa fehlt uns noch – und wird definitiv nachgeholt.
GPS-Routen & Offroad-Tracks
Im Blog haben wir bewusst nicht jede Route, jeden Track oder konkrete Stellplätze benannt. Zum einen, weil sich Bedingungen jederzeit ändern können. Zum anderen, weil wir diese Reise nicht als starres Konzept verstanden haben, sondern als flexible Rundreise mit vielen Möglichkeiten zur Anpassung.
Wenn du unsere Route dennoch als Grundlage für deine eigene Reise nutzen möchtest, stellen wir sie als GPS-Routenpaket zur Verfügung. Darin enthalten sind alle Tagesetappen und Wegpunkte unserer Reise – übersichtlich aufbereitet und direkt nutzbar in gängigen Navigations-Apps. Die Routen dienen als Orientierung und Inspiration und lassen sich jederzeit individuell anpassen oder abkürzen, zum Beispiel bei begrenzter Reisezeit.
Genauso wichtig ist uns aber ein ehrlicher Hinweis:
Unsere Routen ersetzen kein detailliertes Offroad-Nachschlagewerk. Wer Offroad-Passagen bewusst und informiert fahren möchte, sollte sich zusätzlich mit den jeweiligen Strecken, deren Schwierigkeit und den Anforderungen an Fahrzeug und Fahrer beschäftigen.
An dieser Stelle können wir das Tourenbuch der Pistenkuh ausdrücklich empfehlen. Es ergänzt unsere Routen ideal, da dort unter anderem
Schwierigkeitsgrade einzelner Offroad-Tracks
Hinweise zu Fahrzeugtypen
Besonderheiten der Strecken
sowie zahlreiche alternative Routen pro Region
zu finden sind. Gerade für Nordspanien bietet das Buch eine enorme Tiefe und hilft dabei, Offroad-Passagen realistisch einzuschätzen. Wer beides zusammen nutzt, ist deutlich entspannter unterwegs – und kann die Reise so gestalten, wie sie am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.









































































































































































































































