Gaskartuschen bei Reisen in kältere Regionen - das solltest Du wissen!

Aktualisiert: 7. März


Du planst einen Roadtrip nach Skandinavien, in die Alpen oder in eine Region, wo es nachts schnell mal Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt? - Dann mach nicht den gleichen Fehler wie wir: Die "falschen" Gaskartuschen mitnehmen. Denn mit diesen kann es Dir passieren, dass man ausgerechnet in den kalten Momenten von der Gasflamme ganz schön im Stich gelassen wird und das Heizen zu einem Geduldspiel wird.


Letzteres ist uns leider schon häufiger mal passiert, so dass wir endlich mal recherchiert haben woran das liegen könnte - und ta da, die Lösung war schneller zu finden als gedacht. Damit Du in der Kälte noch Wasser für die Wärmflasche, den Tee oder zum Kochen heiß machen kannst, wollen wir dir im Folgenden einmal näher bringen, was wir herausgefunden haben und worauf man beim Kauf der Gaskartuschen achten sollte.


Die unterschiedlichen Gase

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Gaskartuschen für gewöhnlich mit Butan- oder Propangas gefüllt sind. Oft auch mit einer Mischung dieser Gase. Butan lässt sich bei Temperaturen unterhalt von -0,5°C nicht mehr entzünden und eignet sich damit eher für die Nutzung bei gemäßigten Temperaturen.

Propan oder Isobutan hingegen lassen sich auch bei Temperaturen bis um die -20°C entzünden. Bei noch geringeren Temperaturen kann es jedoch auch mit diesen Gasen schwierig werden.


Die richtige Gaskartusche

Auskunft über den Inhalt des Gases in den Kartuschen erhält man über die Modellnummern und manchmal auch über die Farbe. Die Bezeichnung C200 (oder auch C206 D, häufig in rot) deutet auf eine Zusammensetzung von 70% Butan und 30% Propan hin. Dem Gegenüber enthalten Kartuschen mit der Bezeichnung C206 (häufig in blau) zu 80% Butan und zu 20% Propan. Damit eignen sich die C200er Kartuschen besser für den Einsatz bei niedrigen Temperaturen.


Leider haben viele Hersteller jedoch eigene Bezeichnungen für ihre Kartuschen:

1. Der Anbieter Primus macht es einem am leichtesten und bietet für Campingbegeisterte ein Summer Gas und ein Winter Gas an - selbsterklärend. Dazwischen wird noch das Power Gas als Allrounder angeboten.

2. Bei Colemann wird das Gas für die niedrigen Temperaturen als Xtreme bezeichnet. Das Standardgas (C200) trägt den Namen Performance.


Wie viele Gaskartuschen?

Viele von Euch werden sich in diesem Kontext auch sicher fragen, wie viele Gaskartuschen man denn überhaupt mitnehmen soll. Ganz genau können wir das natürlich nicht sagen, hängt ja schließlich vom individuellen Kochverhalten ab.

Aber einmal als Richtwert für Euch: Auf unserer 4-wöchigen Ostseeumrundung haben wir 4 von den 440g Schraubventilkartuschen verbraucht und etwa 5 von den 227g Ventilkartuschen. Also fast 3000g insgesamt und damit etwa 750g pro Woche. Dazu sollte aber noch gesagt sein, dass wir auch häufiger mal direkt am Feuer gekocht haben.


Unsere Tipps

  1. Da die Gaskartuschen für die niedrigen Temperaturen meist deutlich teurer sind, würden wir empfehlen zu zwei Drittel normales Gas (Typ C206) mitzunehmen und zu einem Drittel Gaskartuschen für niedrige Temperaturen. Aus unseren Skandinavien- und Alpenerfahrungen hat man in der wärmeren Jahreshälfte doch häufiger milde Temperaturen. Für besonders kalte Nächte oder ein Camp weit oben in den Bergen hat man dann aber doch immer ein Backup dabei.

  2. Falls ihr kein Gas mehr für niedrige Temperaturen dabei habt, kann es helfen die Gaskartusche vor dem Gebrauch im Schlafsack oder auch körpernah im Auto anwärmen.

  3. Unserer Umwelt zu Liebe: Achte vor dem Entsorgen darauf, dass die Kartuschen auch wirklich komplett leer sind. Entsorgt werden die Kartuschen dann über den gelben Sack bzw. äquivalente Entsorgungsmöglichkeiten in dem bereisten Land.


Wir hoffen dieser Beitrag konnte dir helfen und wir wünschen dir frohes Köcheln, wo auch immer du campen wirst. Falls du weitere Fragen oder Anregungen hast, dann freuen wir uns von dir zu hören. :)